Wir alle sind von ihnen tagtäglich umgeben, ohne es überhaupt zu bemerken. Sei es der selbe Weg zur Arbeit oder der eine Glücksbringer, der mit dem goldenen Kleeblatt, für die Klausur. Ich selbst kenne Rituale vom Basketball nur zu gut. Zwei Mal dribbeln, vielleicht einmal tief durchatmen, bevor der Ball im Korb versenkt wird. Rituale sind wie ein Anker, der uns am Leben festhält. Fehlt er, reicht eine einzige Welle aus, um das Schiff zum schwanken zu bringen. Wir Menschen benötigen einen gewissen Leitfaden, der uns durch die schwierigsten Situationen begleitet. Man muss es sich wie den Kompass eines Entdeckers vorstellen, der ihm sicher den Weg zum Tempel zeigt. Man könnte also zwar ohne Rituale leben, jedoch würde es uns um einiges schwerer machen. Doch warum ist das eigentlich so? Warum halten wir uns an diesen kleinen Dingen so sehr fest, obwohl wir wissen, dass sie nur eine Illusion sind? Die Verhaltenswissenschaftlerin Francesca Gino meint, Rituale seien essentiell um Menschen ein gewisses Gefühl der Kontrolle zurückzugeben. Ein Gefühl, welches in den letzten Jahren leider immer seltener geworden ist. Egal wie albern ein Ritual also sein mag, es kann deinen gesamten Tag zum Guten wenden. Auch historisch gesehen, hat das ganze einen tieferen Sinn. So können Rituale beispielsweise die Gemeinschaft stärken und dem Einzelnen dadurch das Gefühl geben, Teil von etwas Größerem zu sein. Sei es beim familiärem Weihnachtsessen oder beim Gottesdienst in der Kirche. Vielleicht braucht der Mensch Rituale nicht, weil sie die Welt verändern, sondern weil sie uns verändern. Weil sie aus gewöhnlichen Momenten Bedeutung machen und uns daran erinnern, dass wir nicht einfach nur existieren, sondern leben. Also, wenn ihr demnächst zur Arbeit oder zur Schule fahrt, nehmt euch die Zeit um die Tasse Kaffee zu trinken, einmal tief durchzuatmen und den Vögeln beim zwitschern zu lauschen. Denn selbst das Gewöhnliche kann heilig werden.
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