Geschichten, die Flügel verleihen

Monat: März 2023 (Seite 1 von 3)

Der Schrottplatz

Louis ist ein ganz normaler Teenager mit ganz normalen Problemen. Das war er zumindest, bis er auf diesen Schrottplatz gestoßen ist.


Mein Bruder Jacob und ich kamen gerade aus dem Unterricht in die Pause, als ein muskulöser Junge, ungefähr zwei Jahre älter als ich, auf uns zukam. Hinter ihm liefen seine Freunde her. Ich erkannte ihn sofort. Es war Jake. Er hielt sich für den coolsten der Schule, nur weil sein Vater Anwalt ist und seine Mutter Model. Er wohnt nur ein paar Blöcke neben uns und seine Eltern besitzen ein ziemlich luxuriöses Anwesen. „Hey ihr da!“ rief Jake uns zu. „Ihr habt mich doch heute morgen in der Schule angerämpelt. Dort waren leider zu viele Lehrer aber jetzt kann ich endlich mit euch fertig werden.“ In langsamen Schritten gingen er und seine Kumpanen auf uns zu.“Schnell Louis. Lass uns von hier verschwinden.“ rief mein Bruder mir zu und wir rannten aus dem Schulgelände raus. Jake’s Gang hinterher. „Lasst sie nicht entkommen.“ rief er seinen Freunden zu. Sie kamen uns immer näher, bis wir an einem alten Schrottplatz ankamen.

„D-Das ist der alte Schrottplatz von diesem verrückten Willi!“ sprach einer der Gang mit einer ängstlichen Stimme, welche ich nicht von ihm erwartet hätte. Dann machten sie, dass sie wegkamen. Selbst Jake rannte, als ob ein Killer hinter ihm her wäre. Als ich zu Jacob sagen wollte, dass wir besser auch von diesem Ort verschwinden sollten, da sah ich, dass er schon längst über den Zaun geklettert war und gerade ein altes Auto begutachtet. „Jacob!“ rief ich. „Komm sofort wieder hier her.“ Doch er hörte nicht auf mich. Ich beschloss, auch über den Zaun zu klettern um ihn zu holen. Als ich es endlich geschafft hatte und gerade meinen Bruder am Arm packen wollte, um ihn hier wegzuziehen, da sah ich das Unmögliche. Fünft Hände ragten aus dem Schrott. Eine davon packte Jacob am Bein und schien ihn mit in den Schrott zu ziehen. „Jacob!“ schrie ich entsetzt. Ich zog an seinem Arm so feste ich konnte, bis die Hand ihn loslies.

Mitlerweile waren die Kreaturen aus dem Schrott gekrabelt und mir blieb der Mund offen stehen. Ich erblickte fünft Zombies, mit einer ungesund aussehenden Hautfarbe, welche mich mit feurigroten Augen anstarrten. Ich war zu geschockt um irgendetwas unternehmen zu können, doch mein Bruder schien sich schnell vom Schock erholt zu haben. Er griff nach einer verrosteten Türklinke und schlug damit einen Zombie auf den Schädel. Dieser war für kurze Zeit außer Gefecht gesetzt, doch er erholte sich schnell und schien noch wütender zu sein. Jacob war jetzt von mehreren Zombies umgeben. Er hatte keine Chance. Wütend schlug mein Bruder mit der Türklinke um sich.

Die Kreaturen trugen ihn in ein altes Haus rein. Wahrscheinlich gehörte es mal diesem Willi. Als ich es endlich aus der Schockstarre rausgeschafft hatte, waren Jacob und die Zombies schon verschwunden. Ich lief in die Hütte, aber dort erblickte ich nichts weiter als ein paar flackernde Lampen, die an der Decke baumelten, und ein altes Blatt Papier, welches zusammengerollt auf einem morschen Tisch tronte. Vorsichtig nahm ich das Blatt und faltete es auf. Ich erkannte eine Schatzkarte.

Unten erblickte ich den Satz: Am Ende deiner Reise findest du das wertvollste auf dieser Erde. Eine Art Schnitzeljagd schien das hier also zu sein. Plötlich griff eine Hand nach der Karte. Die Andere packte meinen Mund. Ich versuchte nach Hilfe zu rufen, doch ich konnte nicht. Aus meinem Mund kam bloß ein „Mmmmmpf!“ Auf einmal wurde alles schwarz vor meinen Augen.

Das U-Boot

Als die drei Freunde den Hafen genauer unter die Lupe nehmen, stoßen sie auf ein altes U-Boot, dass von nun an ihr Treuer Gefährte sein wird.


Wir drückten meinen aufgebrachten Bruder auf einem morschen Stuhl in einer Ecke des Gebäudes. Er schien immer noch erschrocken zu sein. Zumindest sagten das seine offen stehenden Augen.

„Sag uns jetzt was du gesehen hast!“ drängte Clara meinen Bruder. „D-Diese Zombies, sie haben mich in diese Hütte verscleppt. Plötlich kam eine riesen g-große Gestalt auf uns zu. E-Er sah so aus wie ein Oga aus meinem Lieblingscomic. Ich konnte mich gerade noch so unter einem T-Tisch verstecken. Ungefähr drei Zombies hat er mitgenommen. D-Die Anderen konnten fliehen“ stotterte Jacob. „Konntest du sonst noch etwas erkennen. Zum Beispiel wie der Oga sich wegbewegt hat?“ fragte Clara. „N-Nein leider nicht“ antwortete mein Bruder, noch immer völlig unter Schock.

„Okay. Dann widmen wir uns jetzt am Besten der Schatzsuche.“ sprach Clara entschlossen. „Welche Schatzsuche?“ fragte Jacob irritiert. „Und wer bist du eigentlich.“ Mitlerweile wirkte er nicht mehr erschrocken sondern eher neugierig. „Sie heißt Clara und hat mich entführt,“ erklärte ich ihm. „Wie oft soll ich das dir eigentlich noch sagen!? Ich habe dich nur entführt, da du sonst von den Zombies auch mitgeschleppt worden wärst!“ entgegnete Clara wütend, wobei sie demonstrativ ihren Baseballschläger durch die Luft schleuderte. „Und was hat es jetzt mit dieser Schatzsuche auf sich?“ fragte Jacob wieder mit großem Interesse. „Ich habe eine alte Schriftrolle in dieser Hütte vorhin gefunden, wo draufsteht, dass man am Ende seiner Reise das Wertvollste auf dieser Erde finden wird,“ antwortete ich. „Uuuund sie hat sie mir geklaut,“ fügte ich hinzu, während ich mit meinem Finger auf Clara zeigte, welche gleich vor Wut zu explodieren schien. „ICH SAGTE DOCH SCHON, DASS ICH ALS ERSTE IN DIESER HÜTTE WAR!“ Sie schlug mit ihrem Schläger ein Fenster ein, neben dem eine Möwe genistet hatte. Das Tier flog aufgebracht und empört davon. Jacob und ich mussten Clara an beiden Armen festhalten, damit sie nicht den ganzen Hafen zerstörte.

Wenn das überhaupt noch möglich war. Ich hatte mich ein bisschen genauer hier umgesehen. Jeder Quadratzentimeter war mit Graffiti besprüht. Jede Stelle des Bodens war mit Blättern übersäht und eine Wand besaß sogar ein riesiges Loch. Als sich Clara endlich zu beruhigen schien, marschierte sie mit schnellen Schritten in den Keller des Gebäudes. „Lass uns schauen ob hier etwas zu finden ist, womit wir übers Meer reisen können.“ sagte sie. „Das scheint nämlich ein Teil des Weges zum Schatz zu sein.“ Meer!? Hatte ich das gerade richtig gehört!? Ich kann doch gar nicht schwimmen, dachte ich, wollte es aber nicht sagen. Clara schien schon aufgebracht genug zu sein. Und außerdem wusste davon noch nicht einmal Jacob. Anstatt zum Schwimmuntericht zu gehen, spielte ich füher immer lieber draußen im Wald. Deswegen war mir diese Geschichte auch sehr peinlich. „Dort vorne scheint etwas zu sein.“ rief Clara aufgeregt.

Sie schlug die aus der Decke schauenden Kabel weg und bahnte uns so den Weg frei. Einmal hätte sie beinahe Jacobs Kopf getroffen, doch er konnte sich gerade noch rechtzeitig ducken. „Hey, pass doch mal auf!“ sagte er empört zu ihr. Nun konnten wir erkennen, was Clara gefunden hatte. Ein riesiges U-Boot-artiges Ding ragte aus einem Becken. Clara kletterte entschlossen rein und forderte uns auf ihr zu folgen. „Kommt, oder wollt ihr schwimmen?“ fragte sie scherzhaft.

Das Innere des U-Boots war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Aus jeder Ecke schauten Kabel raus und Wasser flutete den Boden. „Dann lass mal schauen wie wir das gute Ding starten.“ sprach Clara voller Vorfreude. Ich nickte nur mit blassem Gesicht.

Das Meer

Als sie das U-Boot endlich zum starten brachten, passierte Louis das schlimmste was er sich überhaupt nur hätte vorstellen können. Wer kann ihn nun noch retten?


Clara fing als erstes mit einem großen roten Knopf an. Als sie ihn drückte, startete das U-Boot nicht wie erwartet, sondern wir hörten einen lauten Knall, außerhalb des Gefährts. „Was war das denn?“ fragte Clara irritiert. Dabei schaute sie abwechselt zu Jacob und mir rüber.

Mein Bruder schien darauf keine Antwort zu finden und auch ich war ratlos. „Am Besten wir schauen mal nach draußen.“ sagte ich schließlich und öffnete die Tür, welche sich mit einem lauten Knirschen öffnete. „Die müsste aber dringend mal geölt werden“ stellte Jacob fest. Wir schauten uns draußen um und erschraken. „Das laute Geräusch war wohl eine Kanone“ sprach Clara. Sie schien dabei gelassen und interessiert zu sein, was man von mir nicht gerade behaupten könnte.

Wer könnte das schon, wenn vor ein paar Minuten noch eine Garagentür dort stand, wo jetzt ein riesiges Loch war. Wir stiegen wieder ins U-Boot. Diesmal drückte Clara den richtigen Knopf und das Gefährt startete mit einem lauten Brüllen des Motors. „Juhu! Los geht die Fahrt!“ rief sie aufgeregt. Ich jedoch, fühlte mich gar nicht wohl und entschuldigte mich, damit ich mich in eines der Hinterräume verziehen konnte.

Ich lies mich auf einem kaputten Bett nieder, welches sofort zusammenkrachte, als ich mich müde und erschöpft fallen lies. Ich hörte von meinem Bruder ein schwaches „Alles gut?“ Ich nickte nur und schlief ein. Ich wurde von einem eigenartigen Geräusch geweckt. Es hörte sich nach einem Kauen an. Es war aber viel zu laut, so das es nicht zu einem Menschen gehören konnte. Mit einem Auge beobachtete ich, wie ein komisches Wesen an etwas rumkaute. Es sah aus … es sah aus … Wie ein Pyrania mit Beinen! Ich war hellwach und schappte mir mein Kopfkissen und schlug auf das Wesen ein. Doch es biss sich herzhaft an meiner Waffe fest, so das es zu einem Tauziehen kam. Nun konnte ich auch erkennen, worauf der Pyrania gebissen hatte. Es war ein wichtiges Kabel, welches für die Steuerung des Schiffes zuständig war.

Mein Vater hatte mir in der sechsten Klasse ein Buch über U-Boote gekauft. Nun konnte ich mein Wissen anwenden. Ich vergaß das Monster, welches sich bereits an dem nächsten Kabel zu schaffen machte, und rannte, so schnell ich konnte ins Kontrollzentrum. „Leute, Leute! Ein Pyrania auf Beinen hat ein wichtiges Kabel durchbissen, welches für die Steuerung des U-Bootes zuständig ist. Wir könnten jeden Moment sinken und nicht mehr hochkommen!“ schrie ich aufgebracht.

„Was sagst du da, ein Pyrania auf Beinen?“ fragte Clara interresiert aber auch nervös. Sie wusste, dass sie jetzt keine langen Predigen halten konnte und wartete auf mein Komando. Clara schien zu wissen, dass ich mich mit U-Booten auskenne und vertraute mir. „Das Monster könnte noch mehr Kabel durchtrennen,“ rief ich. „Am besten schnappen wir uns ein Beiboot und verschwinden von hier.“

„Ähm, da gibt es nur ein kleines Problem.“ stellte Jacob fest. „Wir haben kein Beiboot.“ „Aber wir können ja schwimmen.“ entgegnete Clara. „Wir sind nämlich auch nicht so tief und schon so gut wie am Ziel.“ Nun war ich völlig in Panik. Ich wollte gerade sagen, dass ich nicht schwimmen kann, doch meine beiden Gefährten waren schon halb im Wasser, welches man durch eine kleine Luke am Boden des U-Bootes erreichen konnte. Ich fasste all meinen Mut zusammen und sprang hinterher. Das Wasser fühlte sich schwer an meiner Kleidung an und zog mich mit nach unten. Ich wedelte panisch mit meinen Armen und versuchte irgendwie nach oben zu gelangen. Langsam ging mir auch der Sauerstoff aus und meine Bewegungen wurden langsamer.

Meine Augen schlossen sich und mein Puls senkte sich. Ich konnte kaum mehr was sehen und mich nicht mehr bewegen. Ich wusste, dass es vorbei war mit mir. Doch plötzlich spürte ich, wie sich ein Arm um meinen Körper schloss. Ich spürte, wie sich lange Haare an meinem Gesicht festklebten. Und ich spürte, wie alles schwarz vor meinen Augen wurde.

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